Bahnhof – Der Bahnhof weiss nur von Freuden und Leiden

Ausgangspunkt des neuen Programms des Frauenchor Reitschule ist der Bahnhof: dort trifft sich die ganze Welt und zerstreut sich in die ganze Welt, kommt an, fährt weg. Reisende, Flüchtende.
Wir besingen die Sehnsucht nach Abenteuer, nach Wärme; wir singen von den Wonnen des Unterwegsseins und vom Weh des Abschieds.
Da ist zum Beispiel die Sehnsucht nach dem Süden, doch anstatt am blauen Meer, endet die Reise bereits am Murtensee und dort – liegt Schnee! «Süüde», ist ein irrwitziger Ferienchaosblues – eine kleine Hommage an Endo Anaconda! Wir steigen in «Ysebahne», vorbei fliegen Wälder, Geleise, Graffiti und Stromlinien. Aber jede*r sieht das anders und drum gibt’s Krach! In der Bahnhofshalle treffen wir auf vielerlei: Es erklingt das Lamento von Demonstrantinnen: Wo bleibt die Gleichberechtigung? Rassismus wird angeprangert und staatenlose Menschen fordern einen Platz zum Bleiben. So steht das Zitat des amerikanischen Schriftstellers William Faulkner, «Der Bahnhof weiss nur von Freuden und Tränen», sinnbildlich für unser Programm.
Der Frauenchor Reitschule besingt die Ferne und die Nähe, die Sehnsucht nach neuen Welten und Erfahrungen aber auch die Angst vor dem Fremden. Am Bahnhof ist es laut, ein buntes Durcheinander. Menschen die morgens weggehen um abends wieder heimzukehren. Oder Menschen auf Reisen, beladen mit Rücksäcken, lauten rollenden Koffern, an- und aufgeregt für das Reiseabenteuer – oder auf der Suche nach Heimat und Schutz.
Leitung und Oeuil Extérieur
Lisa Hasler – Musik Coach
Klavier- und Geigenspiel begleiten Lisa Hasler seit Kindheit. Ihr Spezialgebiet ist jedoch die Stimme, welche sie in vielen Disziplinen erforscht und weiterentwickelt. 2013 schloss sie an der HKB Bern ihren Master in Jazz Performance ab. 2020 vertiefte sie ihre Kompetenzen mit einer als Kernfachvertiefung Advanced Klassik bei Tanja Baumgartner (CAS). Es folgten u.a. Weiterbildungen in Chordirigat, Grundlagen der Tontechnik und Body Percussion.
Lisa Hasler arbeitet als Sängerin, Pädagogin, Arrangeurin und Chorleiterin. Sie ist in der Schweiz und im nahen Ausland in diversen Musik-Projekten engagiert.
Anke Held – Musik Coach
Anke Held studierte sowohl Jazzgesang als auch klassischen Gesang an der Musikhochschule Köln und diese künstlerische Flexibilität bringt die Sopranistin ebenso in ihrer vielseitigen Konzert- wie Unterrichtstätigkeit zum Ausdruck. Als Stimmbildnerin und Musikpädagogin lehrte sie an der Fachhochschule Düsseldorf, der Rheinischen Musikschule und an der Offenen Jazzhaus Schule Köln.
Aufgrund mehrerer Aufenthalte in Westafrika und auf Cuba, der intensiven Auseinandersetzung mit Tanz und Bewegung sowie einer Ausbildung zur Körpertherapeutin pflegt Anke Held einen körper-, rhythmus- und improvisationsbetonten Gesang- wie Unterrichtstil.
Jenni Arne – Oeil Extérieur
Jenni Arne wurde an der London Contemporary Dance School in zeitgenössischem Tanz und Choreografie ausgebildet und machte einen Masterabschluss in Performance. Seither ist sie für verschiedene Kompanien als Tänzerin oder als Choreografin tätig. Parallel dazu unterrichtet sie seit 1999 sowohl Profis als auch Laien sowie Kinder und Jugendliche in zeitgenössischem Tanz. Seit 2006 arbeitet sie zudem vermehrt auch mit Theaterschaffenden zusammen.
